Nov 03
Meldeauflagen stoppen – Stadionverbote aufheben – Solidarität zeigen
Solidaritäts-Tag mit der „Sektion Stadionverbot“: Gemeinschaftliches Fußball schauen im TV, Soli-Feier und Besuch des Heimspiels der Handball-Damen am 21. November! Beginn: Ab 13 Uhr im UN-Lokal
Die Gruppe ULTRAS NÜRNBERG 1994 wird das Auswärtsspiel des 1. FC Nürnberg beim VfL Wolfsburg nicht besuchen, sondern stattdessen den Tag gemeinsam mit den Stadionverbotlern verbringen. Wir laden alle Glubbfans aus der Nordkurve dazu ein, sich uns anzuschließen. Setzt zusammen mit uns ein Zeichen gegen Stadionverbote und Meldeauflagen! Zeigt den gelebten Zusammenhalt in der Nordkurve!
In der Geschichte unserer Gruppe kam es bisher nicht vor, dass wir bei ein Pflichtspiel komplett boykottiert haben. Unser ganzer Stolz und unsere selbst gesteckte Verpflichtung ist es, immer und überall vertreten zu sein! Stürmische Zeiten erfordern jedoch radikale Maßnahmen, weshalb wir uns schweren Herzens dazu durchgerungen haben, nicht nach Wolfsburg zu fahren. Die FreundMeldeauflagen stoppen – Stadionverbote aufheben – Solidarität zeigenschaft und Verbundenheit zu unseren Mitgliedern, die mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt sind und teilweise sogar Meldeauflagen bekommen haben, ist so stark, dass wir auf ein Auswärtsspiel verzichten um lieber mit ihnen einen schönen, gemeinsamen Tag zu erleben! Wir wollen den Stadionverbotlern damit Kraft geben, die schwersten Momente in ihrer Zeit als Glubbfan durchzustehen! Gleichzeitig wollen wir wiederholt unsere ablehnende Haltung zu Stadionverboten und Meldeauflagen deutlich machen und damit erreichen, dass sich mehr Glubberer mit dieser wichtigen Thematik auseinandersetzen!
Das Auswärtsspiel in Hoffenheim war das erste Mal, dass es bei einem normalen Bundesliga-Spiel Meldeauflagen für Mitglieder unserer Gruppe gab. Damit ist eine neue Qualität der Repression in Nürnberg erreicht worden, die wir in dieser Form nicht für möglich gehalten haben! Sämtlichen Mitgliedern der „Sektion Stadionverbot“, ob mit oder ohne Meldeauflagen, ist damit die Möglichkeit genommen, weiterhin mit uns zusammen auswärts zu fahren. Personen mit Meldeauflagen müssen sich am Spieltag zur Anstoßzeit auf der Polizeiwache melden. Alle anderen Personen bleiben aus Selbstschutz ebenfalls zu Hause, um nicht Gefahr zu laufen, in Situationen gedrängt zu werden, die nachher ebenfalls als Grund für eine Meldeauflage herhalten müssen. Die Meldeauflagen wurden von der Polizei ohne Vorwarnung in die Wege geleitet. Somit wurde uns die Möglichkeit genommen, selbst Lösungsvorschläge zu erarbeiten, die zu einer anderen Einschätzung der Situation auf der Seiten der Sicherheitsorgane geführt hätte. Besonders die „Sektion Stadionverbot“ geht mit der Lage in der sie sich befindet, sehr realistisch um. Selbstverständlich können Gesetzesüberschreitungen zu Konsequenzen führen, die zu akzeptieren sind! Nicht akzeptabel ist es jedoch, dass Vorwürfe konstruiert werden oder angebliche Ermittlungen, von denen die Betroffenen selbst nichts wissen, als Gründe für die Meldeauflagen genannt werden. Absolut unverständlich ist es zudem, dass Personen aufgrund der deutlich erkennbaren Szeneunkenntnis der Polizei vollkommen falsch kategorisiert und somit weiter kriminalisiert werden! Die Meldeauflagen sind nicht nur ein absolut untaugliches Mittel, sondern wirken sich ausschließlich kontraproduktiv aus. Die Spirale dreht sich weiter, ein Ende ist nicht in Sicht! Die Erteilung der Meldeauflagen hat offensichtlich das Ziel unsere Gruppe in zwei Lager zu spalten und den integrativen Charakter von ULTRAS NÜRNBERG zu zerstören. Dies werden wir nicht zulassen! Bei unserer Freundschaft gibt es keinen Unterschied zwischen Stadiongängern und Stadionverbotlern. Die Welle der Repression schweißt uns nur noch mehr zusammen! Mit dem Solidaritäts-Tag stellen wir dies eindrucksvoll unter Beweis.
Ein großer Teil unserer Stadionverbotler ist nur aufgrund des Verdachts an einer Straftat teilgenommen zu haben aus unserer Kurve verbannt. Die Ermittlungsverfahren ziehen sich seit mittlerweile elf Monaten ins Land, ein Ergebnis ist nicht in Sicht. Wir halten diese Praxis für einen Verstoß gegen die Unschuldsvermutung, die auch im Bereich von Fußballspielen gelten muss! Das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Freitag, den 30. Oktober 2009, das Stadionverbote auf Verdacht nicht nur für rechtmäßig erklärt, sondern regelrecht fordert, macht deutlich, dass es gerade jetzt wichtig ist, ein klares Zeichen zu setzen! Nur ein breiter Widerstand gegen dieses Fehlurteil kann verhindern, dass die Fanszene weiterhin mit ungerechtfertigten und vorschnellen Stadionverboten überzogen wird! Am Solidaritäts-Tag am 21. November wird es im UN-Lokal eine kleine Feier geben und anschließend gemeinsam das Glubb-Spiel in Wolfsburg im TV verfolgt. Nach dem Spiel besuchen wir zusammen das Bayernliga-Heimspiel der Handball-Damen gegen Dachau um die Mädels lautstark zu unterstützen! Wir wollen unseren Stadionverbotlern einen schönen Tag bereiten, der nicht so trostlos ist, wie die sonstigen Auswärtsspiele bei denen sie zu Hause bleiben müssen. Dabei hoffen wir auch, dass durch unser Fehlen in Wolfsburg möglichst viele Glubberer dazu gebracht werden, sich mit der Stadionverbots-Problematik zu beschäftigen und sich ausführlich zu informieren. Wir wollen niemanden verbieten nach Wolfsburg zu fahren. Wir freuen uns über jeden, der sich solidarisiert und am 21.11. ins UN-Lokal kommt. Wer trotzdem nach Wolfsburg fährt, wird von uns nicht verurteilt. Dennoch bitten wir alle Wolfsburg-Fahrer unsere Entscheidung, die wir hier dargelegt haben, zu respektieren und dies auch im Stadion zum Ausdruck zu bringen! Unterstützt unseren 1. FCN situationsbezogen mit Anfeuerungsrufen, aber macht trotzdem deutlich, dass wir fehlen und nicht ersetzbar oder imitierbar sind!
